Die 10 Gebote   Aufruf  

Dogma 10

01.04.2010 Manifest für ein Theater der Krise

Dogma 10 setzt sich zum Ziel, die ursprüngliche Kraft von Theater zu zeigen.

Vieles im Theater ist zur Effekthascherei verkommen.
  • Aufwändige Ausstattungen (pompöse Bühnenbilder und Kostüme, Requisitenorgien...)
  • Gewollte Tabubrüche (nackte Schauspieler, Schlammschlachten...)
  • Gefühlserzeugende technische Effekte (Musikeinspielungen, Lichtstimmungen, Videoprojektionen...)
Wir wollen diese Mittel nicht generell verurteilen, sondern durch bewußten Verzicht zu einem gesunden Maß zurückfinden. Es muss möglich sein, das, was gezeigt werden soll, in eine Form zu bringen, die weder teuer noch technisch aufwändig und dennoch ergreifend ist. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es nicht angebracht, viel Geld in kurzlebige Bühnenausstattungen zu stecken.
Nicht Effekte oder Skandale sollen ins Theater locken, sondern der Mensch, der spielt. Der Schauspieler ist Multi-Akteur, er allein kann die Bühne beleben, die Musik machen, die dort spielen soll. Nicht umsonst heißt es „darstellende Kunst“. Zurück zum Darsteller!

Wir haben 10 Regeln entworfen, die den Theatermacher zwingen, in engen Grenzen zu bleiben.

Denn weniger ist mehr:
  • Weniger technische Effekte - mehr Schauspiel!
  • Weniger Ausstattung- mehr Beweglichkeit!
  • Weniger Geld - mehr Ideen!
Wir möchten eine Bewegung ins Leben rufen, die sich auf die Suche nach einem sparsamen, doch gehaltvollen Theater begibt und fordern alle Theatermacher auf, sich uns anzuschließen!
Unser Ziel ist es dabei, eine ehrliche Suche nach starker Ausdruckskraft und nach den Möglichkeiten der theatereigenen Mittel zu entfachen.

Auf zu einem reduzierten, aber wahren Theater! Auf zu einem Theater, das mit dem Leben der Akteure und Zuschauer verbunden ist und eine direkte Wirk - Kraft darauf hat!

Es lebe das Dogma – Theater!

 

dogma10